Samstag, 24. November 2012

Kreolischer Hackbraten mit Trinity-Sauce und Süsskartoffelstock

Wenn ich den Namen Louisiana höre, kommt mir als erstes New Orleans in den Sinn. Die Stadt hat Soul, und so kann man an jeder Ecke Strassenmusikern zuhören. Bei Louisiana denke ich aber auch an die wunderbare kreolische oder Cajun-Küche. Diese bezieht ihre Inspiration von den Französischen, Spanischen und Afrikanischen Vorfahren. Da kann ja nur was Leckeres auf den Tisch kommen. 
Mein Mann und Testesser Nummer 1 hat dieses Gericht soeben zum neuen Lieblingsessen gekürt. Vermutlich weil die Süsskartoffeln mit der sauren Buttermilch gestampft wurden. Oder vielleicht weil ich den Hackbraten mit feinstem Olivenöl im Ofen geröstet habe? Oder war es vielleicht die in den Südstaaten traditionelle Trinity-Sauce ("Dreifaltigkeit") mit Sellerie, Zwiebeln und Spanischer Pfefferschote? Der Schuss Hot Sauce, der für die nötige Schärfe sorgt? So genau weiss ich es nicht. Nur eines ist sicher: Das Rezept von Rachel Ray ist Soulfood pur, und jedes Element alleine oder in Kombination ist ein Genuss!

Foto by Deliciouspicks, 2012

REZEPT: KREOLISCHER HACKBRATEN MIT TRINITY SAUCE UND SÜSSKARTOFFELSTOCK
FÜR: 2 Personen
ZEIT: ca. 1.5h 

Für den Süsskartoffelstock:
500g Süsskartoffeln, geschält und in grobe Stücke geschnitten
Salz
125ml Buttermilch
etwas Butter 

Für den Hackbraten:
1 TL Olivenöl 
1 mittelgrosse Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
400g Rinderhack (es eignet sich jede Hackmischung)
1/2 EL Paprika
1 TL frischer Thymian, gehackt
schwarzer Pfeffer
2 TL grobkörniger Senf
1 Ei
35g Paniermehl
Olivenöl zum Besprenkeln

Für die Trinity-Sauce: 
1 EL Butter
2 Selleriestangen, fein gehackt
1 Spanische Pfefferschote, fein gehackt
1 EL Tomatenpaste
1 EL Mehl
1-1.5 TL Hot Sauce (nach Belieben)
50ml Hühnerfonds
3-4 Frühlingszwiebeln, das Grün in feine Scheiben geschnitten


ZUBEREITUNG: 
1. Die Süsskartoffeln in einen mittelgrossen Topf mit Wasser bedecken. Wasser zum Kochen bringen und salzen. Süsskartoffeln während 12-15 Minuten weich kochen. Dann über einem Sieb abgiessen. Die Süsskartoffeln wieder in den Topf geben und mit der Buttermilch zerstampfen. Buttermilch in Schritten beigeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Herdplatte auf die kleinste Stufe stellen, um den Süsskartoffelstock warm zu halten. Ich gebe am Schluss jeweils noch gerne ein paar Butterflöckchen dazu. 
2. Den Ofen auf 190 Grad vorheizen. 1TL Olivenöl in einer mittelgrossen Bratpfanne bei mittlerer Hitze erwärmen. Einen Viertel der Zwiebeln und die Hälfte des Knoblauchs kochen bis sie ganz weich sind, ca. während 5-6 Minuten. Dann die Mischung in eine Schüssel geben und abkühlen lassen. Die Pfanne auf die Seite stellen. 
Zur abgekühlten Mischung das Hackfleisch, den Thymian, die Paprika, Salz und Pfeffer, den Senf, das Ei und das Paniermehl hinzugeben. Alles gut miteinander vermischen und die Hackfleisch-Mischung zu einem Laib formen - ca. 4 cm hoch. Grosszügig mit Olivenöl besprenkeln und auf ein Ofenblech mit Backpapier legen. Im Ofen während 35-40 Minuten lang rösten bis der Hackbraten fest und goldbraun ist. 
3. In der Bratpfanne die Butter schmelzen und die restlichen Zwiebeln und Knoblauch zugeben, auch den Sellerie und die Spanische Pfefferschote. Salzen und pfeffern. Während ca. 5-6 Minuten weich kochen. Die Tomatenpaste zugeben und rühren - ca. 1 Minute. Mehl über die Mischung sprenkeln und wiederum eine Minute lang die Mischung rühren. Den Hühnerfonds zugeben und alles mit dem Schwingbesen verrühren. Die Hot Sauce zugeben und auf tiefer bis mittlerer Stufe die Sauce während einigen Minuten eindicken lassen. Dann den Herd auf die tiefste Stufe stellen, damit die Sauce warm bleibt. 
4. Den Hackbraten zusammen mit der Trinity-Sauce servieren, und mit Frühlingszwiebeln garnieren. Als Beilage den Süsskartoffelstock servieren. 

Sonntag, 18. November 2012

Gruyère-Popovers mit schwarzem Pfeffer

Endlich wieder zurück in der Schweiz! Das erste "Grüezi" bei der Einreise, die bitterkalte, frische Luft einatmen, ins bequeme Bett fallen lassen - Zuhause ist es eben doch am Schönsten. 
Hier ein erstes kulinarisches Mitbringsel aus den USA: Popovers. Gefährlich lecker! Aussen knusprig, und innen ein luftig-leichter Traum aus schwarzem Pfeffer und nussigem Gruyère-Käse. Am besten warm aus dem Ofen geniessen. Habe ich schon erwähnt, dass Popovers kinderleicht zuzubereiten sind? Alles in allem perfekt zum Sonntagsbrunch mit ein bisschen Rührei, oder mit Butter zum Frühstück oder mit etwas Pastetenfüllung zum Mittagesssen. Diese kleinen Luftzwerge sind sooo gut, auch ihr werdet nach Möglichkeiten suchen, wie ihr sie immer und immer wieder backen könnt. 

Foto by Deliciouspicks, 2012

Gruyère-Popovers mit schwarzem Pfeffer
  • ZUTATEN (für 8 Popovers) 
  • 250 ml Milch
    2 grosse Eier
    3/4 TL Salz
    1.5 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen 
    120 g Weissmehl
    30 g Gruyerekäse, in daumenbreite Würfel geschnitten
    frisch geriebener Gruyèrere für die Garnitur





ZUBEREITUNG
1. Den Ofen auf 190 Grad Celsius vorheizen. Muffin-Blech (oder Formen für 8 Popovers) im unteren Drittel auf einem Gitter platzieren. Es ist wichtig fürs Gelingen, dass das Blech heiss ist. 

2. In einer kleinen Saucenpfanne die Milch auf mittlerer Hitze erwärmen. Sie sollte warm sein, aber nicht kochen - sonst gibts einen Schritt später Rührei. Vom Herd nehmen

3. In einer Schüssel die Eier mit Salz und Pfeffer verrühren, bis eine glatte Mischung entsteht. Langsam die warme Milch einrühren. Dann das Mehl in drei Teilen zugeben, rühren bis alles gut kombiniert ist. Sollte die Mischung noch Klümpchen haben, ist das kein Problem. Diese verschwinden während dem Backen.

3. Die Muffin-Pfanne aus dem Ofen nehmen. Unbedingt grosszügig einfetten,  so dass später die Popovers nicht kleben bleiben. Die Formen bis zu 3/4 füllen - die Mischung wird später aufgehen. Dann je 2-3 Käsewürfel oben auf die Mischung geben. 

4. Blech in den Ofen und während ca. 40 Minuten backen, so lange bis sie luftig und goldbraun sind. Weil wir Dampf nutzen, damit die Popovers aufgehen, den Ofen während des Backens nicht öffnen, damit die Popovers nicht in sich zusammenfallen. 

5. Wenn sie fertig sind, Popovers herausnehmen und mit geriebenem Käse besprinkeln. Warm Servieren.  

Dienstag, 13. November 2012

New Orleans Calling

Den Tag um 10 Uhr mit einem Daiquiri zu zünden, ist nicht empfehlenswert - aber man gönnt seiner Leber ja sonst nichts. Nachdem mich meine Arbeit für einige Wochen kreuz und quer durch die USA verschlagen hat, verbringen mein Mann und ich noch einige Ferientage im wunderbaren New Orleans. Ein kulinarisches Wunderland: Gumbo, Meeresfrüchte, Jambalaya, Pu-Boy und vieles mehr. Hier ein paar Tipps für Reisende: 


NEW ORLEANS FRENCH QUARTER
Kitchen Witch Cook Books
631 Toulouse Street
Mo / Mi-So 10.30-14 Uhr, Di geschlossen
Kitchen Witch ist ein kleiner, aber hervorragend bestückter Shop im Herz des "French Quarter". Hier kann man zwischen blinkenden Lämpchen und vielem Kitsch nach Raritäten, alten Ausgaben oder gebrauchten Kochbüchern stöbern. Natürlich finden sich hier auch eine Vielzahl von Büchern zur lokalen kreolischen und Cajun-Küche. Pssst...den schlafenden Hund nicht stören. 


Southern Candymakers
334 Decatur Street 
Mo-So 10-19 Uhr
Dieser Shop ist eine lokale Berühmtheit. Schaut den Bäckern direkt über die Schulter, wie sie das kreolische Konfekt ("Pralines" genannt) in allen möglichen Facetten, Formen und Farben zubereiten. Lasst euch dann eine Box voller köstlicher Pralinen füllen, und geniesst diese ein paar Meter weiter am Ufer des Mississippi geniessen, während die Raddampfer vorbeifahren. Meine Favoriten: Kürbis-Pralines und weisse Schoko-Cluster mit Kokos.


New Orleans School of Cooking 
524 St. Louis Street
Vorführstunden: Mo-Sa 10-12.30 Uhr, 14-16 Uhr
Kochklassen: So, 15-18 Uhr
Zwei Stunden mit Big Kevin, dem Koch mit der überlebensgrossen Persönlichkeit, und Statur. Er zeigt uns, wie man typische Südstaatengerichte zubereitet. Aber nicht zum lernen, sondern auch zum schlemmen sind wir hier. Die kreolischen und Cajun-Gerichte in der Kochschule gehören zu den besten im Quartier. 

Dieses Wochenende bin ich wieder mit neuen Rezepten für euch da. Wenn ich mal wieder an einem Flughafen gestrandet war, habe ich mich durch Laufmeter von Kochzeitschriften gelesen, und Tonnen von Kochspiration gewonnen. Nicht nur Augenringe, gottseidank. 

Bis gleich, herzlich 
Cornelia